Der Veteranen- und Reservistenverein Schwindkirchen feierte vom 25. bis 28.7.2025 sein 150-jähriges Gründungsfest.
Bericht über das Fest mm Mittwoch, 30. Juli 2025 im Dorfener Anzeiger
Mittwoch, 30. Juli 2025, Dorfener Anzeiger / Dorfen & Östlicher Landkreis
Ein starkes Zeichen für den Frieden
Veteranen- und Reservistenverein Schwindkirchen feiert 150. Jubiläum
Politprominenz und viele Gäste waren ins Festzelt nach Schwindkirchen gekommen, um das Jubiläum des Veteranen- und Reservistenvereins gemeinsam zu feiern.
Schwindkirchen – Im Jahr 1875, vier Jahre nach dem Ende des Deutsch-Französischen Kriegs, haben sich Veteranen in Schwindkirchen zusammengefunden, um gemeinsam den Veteranen- und Reservistenverein Schwindkirchen zu gründen. Für sie und alle weiteren Soldaten- und Kriegervereine war es von Bedeutung, sich gemeinsam über Erlittenes und Erlebtes austauschen zu können, für Witwen und Hinterbliebene da zu sein und Kriegerdenkmäler zu erschaffen.
Ein Festgottesdienst bildete nun den feierlichen Höhepunkt der 150-Jahr-Feier des VRV Schwindkirchen, zu dem Abordnungen von 22 Vereinen gekommen waren.
„Dass die Kameradschaft durch den Veteranen- und Reservistenverein Schwindkirchen hochgehalten wird, dafür müssen wir dankbar sein“, sagte Dekan Martin Ringhof in seiner Predigt und entzündete die Vereinskerze.
Für die deutsche Regierung werde zu den Sommerferien von so manchen ein Zwischenzeugnis erstellt, so Ringhof. Viele Umstände würden als problematisch angesehen und negativ bewertet. „Ich würde die politische Situation aber als positiv bewerten“, meinte der Dekan. Positiv sei, „dass wir noch in einer Demokratie sind und man verschiedene Meinungen haben kann.“ Er meinte: „Ich würde euch Bürgern eine Hausaufgabe geben: Wenn verschiedene Menschen mit verschiedenen Meinungen reden, braucht das Zeit.“ Diese Zeit solle man den Verantwortlichen geben. Die Tatsache, dass noch diskutiert werden darf, sei positiv zu bewerten. Ringhof mahnt in diesem Zuge, weiterhin den Frieden und Zusammenhalt zu wahren.
In den Fürbitten erbaten die Festdamen Hilfe für Kriegsopfer, Unterstützung für Politiker, Frieden und Kraft und gedachten der Verstorbenen des Vereins.
Festbraut Anna Schwarzenbeck befestigte das gesegnete Banner an der Fahne der Veteranen. Die Festdamen Antonia Meindl und Lisa Voith bedankten sich bei Schwarzenbeck für die Mühe, die sie in ihr Amt gesteckt habe. Für musikalische Gestaltung des Gottesdienstes sorgten die Trachtenkapelle Wasentegernbach und der Kirchenchor.
Dorfens Bürgermeister und Schirmherr Heinz Grundner blickte auf die deutsche Vergangenheit und die Bedeutung der Soldaten- und Kriegervereine und die Reservistenkameradschaften, damals wie auch heute. Diese Vereine seien Traditionsvereine, „die im heutigen Fokus meist nicht mehr in der ersten Reihe stehen“. Grundner verwies auf deren Bedeutung im gesellschaftlichen Leben. „Da haben sich nach Ende des Krieges 1871 Männer zusammengefunden, um das Andenken an schreckliche Erlebnisse und diejenigen hochzuhalten, die ihr Leben im Krieg lassen mussten, verwundet wurden oder auch die, die an ihren Verletzungen in der Heimat starben“, so Grundner.
Nach 1871 folgte die nie gekannte längste Friedensphase bis zu Beginn des Ersten Weltkriegs. „Es ist unser aller gemeinsamer Auftrag, besonders der Auftrag der Soldaten und Kriegervereine, diese Erinnerung und Mahnung, das ‚Nie wieder‘ aufrechtzuerhalten und trotzdem den aktuellen Gegebenheiten in die Augen zu schauen“, sagte Grundner weiter. Neben seinem Friedensauftrag sei der VRV besonders für seine Gemeinschaft und das Zusammenbringen der Dorfgesellschaft zu loben.
TANJA MAIER
[ Bild- und Textquelle: Dorfener Anzeiger ]